Grunddaten

Objekttyp: Freizeitanlage
Ort: Wien
Baubeginn: August 2010
Fertigstellung: Sommer 2011
Bauherr: Magistrat Wien
Bauunternehmen: Ing. Rudolf Richter GmbH
(c) Bilder: MA42 - Wiener Stadtgärten/ Schaub-Walzer

Wasser Erlebniswelt beim Wasserturm

Wien | Österreich

Lebenswichtiges Element Wasser innovativ und spielerisch auf 15.000 m²

Nach der Fertigstellung des unterirdischen Wasserbehälters am Fuße des historischen Wasserturms am Wienerberg mit einem Fassungsvermögen von 42 Millionen Liter frischem Hochquellwasser wird nun auch die Oberfläche des Behälters neu gestaltet. Umweltstadträtin Ulli Sima hat beim heutigen Spatenstich die Pläne für den "Wasserspielplatz-Wasserturm" präsentiert. "Wir machen nun das Gelände des Wasserbehälters auf 15.000 m² für die Öffentlichkeit zugänglich und gestalten eine einzigartige Wassererlebniswelt für Spiel, Spaß und Erholung. Darüber hinaus informieren wir direkt auf dem Behälter umfassend und innovativ über das lebenswichtige Element Wasser", so Sima.

GEOCELL als leichte modellierbare Dämmschüttung

Um den darunter liegenden Wasserbehälter zu dämmen und gleichzeitig statisch zu entlasten fiel die Wahl sehr schnell auf GEOCELL Schaumglasschotter. Neben einem sehr geringen  Raumgewicht (150 kg/m³), einer vernachlässigbaren Wasseraufnahme und großartigen Wärmedämmeigenschaften, punktete GEOCELL bei diesem Projekt mit seiner ausgezeichneten Modellierbarkeit im GALA-Bau. Böschungswinkel bis zu 45° können  mit dem Material ausgebildet werden, was dem Landschaftsarchitekten jeden Gestaltungsfreiraum offenlässt.

Ab Sommer 2011 steht den Wienerinnen und Wienern eine einzigartige Parklandschaft mit Quellberg, Wasserfällen, Bachläufen und Teichen, Brücken sowie einem gigantischen Rasenmeer zur Verfügung. Ein Wassererlebnispfad symbolisiert den Weg des Wiener Wassers von den Bergen in die Millionenstadt. Das Areal liegt zwischen Triesterstraße, Windtenstraße und Raxstraße. Baubeginn ist Ende August 2010, die Kosten belaufen sich auf 1 Mio. Euro, die Erlebniswelt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wiener Stadtgärten mit den Wiener Wasserwerken.

Der Weg des Wiener Wassers: Über 330 km von den Alpen nach Wien

Wien ist weltweit für das quellfrische Wasser aus den Bergen bekannt. Die beiden Wiener Hochquellenleitungen bringen das Wasser auf insgesamt rund 330 km von strengstens geschützten Quellgebieten in den Alpen ohne Pumpen direkt nach Wien. 30 Wasserbehälter mit einem Speichervolumen von 1,6 Millionen Kubikmetern stellen sicher, dass auch zu Spitzenverbrauchszeiten ausreichend Trinkwasser in höchster Qualität zur Verfügung steht.

Von Quellberg und Quellstube über das Aquädukt zum Wasserturm

Auf einem dieser Wasserbehälter entsteht nun der neue Wasserspielplatz Wasserturm. Auch hier werden die unterschiedlichsten Wege des Wassers symbolisiert, konkret in zwei sehr unterschiedlichen Formen: einer natürlichen und einer architektonischen. Letztere beginnt am Quellberg mit der sogenannten Quellstube. Von hier führt der Weg des Wassers in ein Aquädukt und an dessen Ende in den Spiel-Wasserturm, einer Nachbildung des Originals, das man nur hundert Meter weiter bewundern kann. Der Quellberg befindet sich am höchsten Punkt über dem Wasserreservoir, er ist an der höchsten Stelle rund 5 m hoch. Er wird aus einem nicht bekletterbaren Rankgerüst gebildet. Wasserfälle stürzen in einen 40 cm tiefen See, der in einen kleinen Bach übergeht. An seinen Ufern und in mehreren kleinen Buchten finden sich Spielflächen zum Experimentieren mit dem nassen Element. Am Ende der Wasserleitung lädt eine überdimensionale Brause mit ihrem Wasserschleier zur Abkühlung ein. Am über 6 m großen Wasserturm ist natürlich auch eine Rutsche installiert, die Kinderherzen höher schlagen lassen wird.

Gatschen, matschen und pritscheln nach Herzenslust

Alle Stationen des Wasserweges sind interaktive Spielstationen. Besonders beliebt wird wohl die Gatschzone werden, die aus viel Sand und einem Wasserspender besteht. Hier können auch die Kleinen pritscheln, plantschen, Sand kneten. Zur Begegnung mit dem nassen Element für jedes Alter laden drei Fontänenhüpfer ein, die beim Auf -und Abspringen ordentlich spritzen. Auch Hängebrücken und Seilfähren werden die Kinder erfreuen.
Spielen am Wasser macht durstig, darum sind mehrere Trinkbrunnen installiert. Eine eigene "Kinderwaschstraße" bei der Gatschzone bietet Fuß- und Komplettduschen zur Reinigung vor dem Heimweg nach einem spannenden und informativen Tag am Wasserspielplatz.

Wassernutzung im Kreislauf

Das Spielwasser wird im Kreislauf geführt und muss daher aufbereitet werden. Es wird zunächst über Filter und eine Schilfklärstrecke einer ersten Reinigung unterzogen und schließlich mit UV-Licht bestrahlt. Anschließend fördern Pumpen das Wasser wieder zum Quellberg. Der Lauf durch den Spielplatz beginnt erneut. Ein Teil des Spielwassers wird ständig durch frisches Wasser ersetzt. Der Überschuss wird zur Bewässerung genutzt. Dadurch ergeben sich entsprechende Einsparungen bei den Betriebskosten. Großbäume, Kletterpflanzen, Gebüsche und die intensiv genutzten Rasenflächen werden bewässert.

Grasmeer mit sanften Wellen zum Erholen

Inhaltlich trägt der westliche Teil dem Forscher- und Erlebnisdrang der Kinder Rechnung und bildet einen thematischen Gegenpol zur Spaßzone im Osten. Im rund 7.000 m² großen Westteil des Wasserparks wird ein wogendes Grasmeer den Themenschwerpunkt sofort erkennbar machen. Statt ebener Rasenflächen bilden sanfte Wellen die Oberfläche. Hier wird sich wieder der Trockenrasen einstellen, der einst die alte Behälterdecke überzogen hat und der Natur einen Stützpunkt im verbauten Gebiet überlassen.
Ein Spielplatz mit Standardausstattung für Volleyball bietet Jugendlichen die Gelegenheit zu action, aber auch zum Chillen. Die erhöhte Mittelrippe des Wasserspeichers bildet dabei eine natürliche "Zuschauertribüne" für Turniere.

Moderne Bepflanzung und coole Möblierung

14 Großbäume - teilweise in erhöhten Holzeinfassungen - direkt über den Säulen der Behälterdecken gepflanzt, strukturieren das Gelände und dienen als Schattenspender. Blühende Kletterpflanzen wie etwa Glycinien und Wilder Wein auf den Rankgerüsten dienen ebenfalls als Schattenspender. Die Uferzonen am "Unteren See" werden von Schilf begleitet. Am Strand unterbrechen Grasinseln die Sandflächen und bilden natürliche Abgrenzungen für die Besucher. Aus statischen Gründen darf die Beschüttung der Behälterdecken 100 cm nicht überschreiten. Die Bebauung und Öffnung des Wasserbehälters ist eine besondere Herausforderung für Planer und Gestalter.
Sonnenliegen werden in Form von Booten Gelegenheit zum Rasten bieten. Die Form von Booten wurde gewählt, um den Charakter des Wasserparks zu unterstreichen.
Neben der bereits am Standort bestehenden Wasserschule der MA 31 und dem Wasserturm ist der neue Park ein weiteres Angebot für Wasserfans. "Der Park wird für alle Nutzergruppen attraktiv, schon die bisherigen Wasserspielplätze der Stadt, wie jener auf der Donauinsel, erfreuen sich größter Beliebtheit. Mit der Öffnung des Geländes des Wasserbehälters schaffen wir eine neue, wohl einzigartige Freizeitoase für alle Wienerinnen und Wiener und eine weitere Attraktivierung der gesamten Umgebung", so Sima abschließend.

Bodenaufbau:

Wasserbehälter (Betondecke)
30-60 cm GEOCELL Schaumglasschotter 1,3:1 verdichtet
Geotextil 150 g/m²
Folie (Abdichtung bei wasserführenden Bauabschnitten)
Vlies
Humus